Notfallmedikamente auch ohne Notarzt Standard

10. Dezember 2018

Notfallmedikamente auch ohne Notarzt Standard

Notfallsanitäter sind mit dem Rettungswagen meistens die ersten Fachkräfte am Einsatzort. Je nachdem welches Krankheits- bzw. Unfallbild der Anrufer der zuständigen Rettungsleitstelle am Telefon schildert, wird nach einem definierten Indikationskatalog zusätzlich ein Notarzt alarmiert.

Es ist aber auch der Fall, dass Rettungswagenbesatzungen ei-nen Notfallpatienten zunächst über einen längeren Zeitraum oder aber auch gänzlich ohne Notarzt versorgen müssen. Dementsprechend traf der Gesetzgeber die Entscheidung, die Kompetenzen für den Notfallsanitäter deutlich zu erweitern, um die Qualität der Versorgung von Notfallpatienten auch ohne Notarzt zu garantieren.

Die Basis dafür sind streng standardisierte notfallmedizinische Abläufe, die jedes Team auf dem Rettungswagen beherrscht. Nach der hoch technisierten Diagnostik folgt entsprechend des Befundes die präzise Notfallversorgung des Patienten. Dazu gehören erweiterte lebensrettende Sofortmaßnahmen, wie z.B. das Anlegen einer Infusion bis hin zur professionellen Sicherung und Erhaltung der Atmung und des Kreislaufs.

„Die erweiterten lebensrettenden Sofortmaßnahmen waren schon immer Gegenstand der Notfallversorgung, auch dann, wenn ein Patient ohne Notarzt maximal versorgt werden musste. Einige Maßnahmen, die damals nur Notärzten vorbehal ten waren, sind nun für die Rettungswagenbesatzungen gesetzlich definierter Standard. Als bemerkenswerteste Erweiterung der Kompetenzen, ist die Gabe von Notfallmedikamenten zu nennen. Davon profitiert die Qualität jeder Notfallversorgung, die ohne Notarzt durchgeführt werden muss. Notfallsanitäter können den Patienten gemäß des Befundes streng definierte Notfallmedikamente verabreichen. Das wiederum erfordert ein sehr hochwertiges Notfalltraining, welches bei uns im Hause engmaschig durchgeführt wird“, erläutert Ausbildungsleiter Steffen Dalek.

Aktuell findet für alle Rettungsdienstmitarbeiter die turnusgemäße Pflicht-Schulung statt. Zum Abschluss dieser Schulung werden die lebensrettenden Algorithmen vom Team der Praxisanleiter und einem zuständigen Arzt schriftlich und praktisch überprüft.